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Pfeifer, Sebastian

Pfeifer, Sebastian. Industriekaufmann. Ornithologe. * 6.11.1898 (Mömbris-)Schimborn/Unterfranken, † 14.3.1982 Ffm.
P. lebte seit 1912 in Fechenheim, wo er bis zu seinem Tod ansässig blieb. Nach Kriegsdienst im Ersten Weltkrieg (1916-18) absolvierte er eine kaufmännische Ausbildung bei der Cassella, in deren Patentabteilung er von 1925 bis 1944/45 hauptberuflich tätig war. Seit seiner Lehrzeit widmete sich P. der Ornithologie. 1924 Mitbegründer und seit 1928 Erster Vorsitzender der „Vereinigung für Vogelschutz“, einer Zweigstelle der staatlichen Biologischen Anstalt Helgoland (seit 1927) mit eigener Vogelbeobachtungsstation am Berger Hang (seit 1931), woraus die „Vogelkundliche Beobachtungsstation ‚Untermain‘ der Staatlichen Vogelwarte Helgoland“ (ab 1937) hervorging. Zusammen mit dem städtischen Gartenbaudirektor Max Bromme setzte sich P. für die Einrichtung einer Vogelschutzwarte in Ffm. ein, die 1937 als „Südwestdeutsche Vogelschutzwarte e. V.“ gegründet wurde und Räumlichkeiten im Rödelheimer Schloss bezog; im November 1938 wurde von der Obersten Naturschutzbehörde in Berlin die Umgründung zur „Staatlich anerkannten Vogelschutzwarte Ffm.“ (unter Trägerschaft des Volksstaats Hessen und der Stadt Ffm.) angeordnet. Ab 1940 übernahm P. die fachliche Betreuung der Vogelschutzwarte, deren hauptamtliche Leitung ihm im Juli 1946 übertragen wurde. Nachdem der Sitz der Vogelschutzwarte im Rödelheimer Schloss bei einem Luftangriff im Zweiten Weltkrieg zerstört worden war, initiierte und organisierte P. den Wiederaufbau in Fechenheim. Der dortige Neubau der Vogelschutzwarte wurde am 19.4.1949 eingeweiht. In der Wirkungszeit von P. als Direktor und wissenschaftlichem Leiter der Vogelschutzwarte entwickelte sich Ffm. zu einem Zentrum der Vogelkunde. P.s Untersuchungen über die Steigerung der Siedlungsdichte höhlen- und freibrütender Vogelarten fanden weltweite Beachtung. P. beschäftigte sich aber auch mit Methoden zur Abwehr von Vogelschäden, etwa der phonoakustischen Abwehr von Staren und Amseln in Weinbergen. Nach seiner Pensionierung zum 31.12.1963 blieb P. der Vogelschutzwarte als Mitglied von deren wissenschaftlichem Beirat und Verwaltungsrat verbunden. Im November 1965 wurde P. zum Präsidenten des Deutschen Bunds für Vogelschutz gewählt, woraufhin der Bund seinen Sitz nach Ffm. verlegte; P. gab dieses Amt 1969 aus Altersgründen ab und wurde zum Ehrenpräsidenten des Bunds ernannt. Zudem war P. von 1947 bis 1967 an der Ffter Volkshochschule für die Abteilung Ornithologie zuständig.
1954 Gründer der „Internationalen Union für angewandte Ornithologie“ in Basel, deren Sektion Deutschland er bis 1968 vorstand.
Seit den 1920er Jahren publizierte P. auf dem Gebiet der Ornithologie. Zu seinen etwa 300 Fachveröffentlichungen gehören „Die Vögel unsrer Heimat“ (1936), „Taschenbuch der deutschen Vogelwelt“ (1949), „Versuche zur Steigerung der Siedlungsdichte höhlen- und buschbrütender Vogelarten“ (mit Kurt Ruppert, 1953), „Taschenbuch für Vogelschutz“ (als Herausgeber, 2. Aufl. 1957) und „Geschichte und Entwicklung des Vogelschutzes in Deutschland“ (1967).
Herausgeber der Festschrift zum 25-jährigen Bestehen der Vogelschutzwarte in Ffm. (1962).
1962 Silberne Ehrenplakette des Hessischen Ministeriums für Landwirtschaft und Forsten. 1964 Ehrenplakette der Stadt Ffm. 1969 Bundesverdienstkreuz I. Klasse. 1979 Ehrenbrief des Landes Hessen. Zahlreiche Auszeichnungen und Ehrenmitgliedschaften ornithologischer u. a. Fachvereinigungen, u. a. Goldene Ehrennadel des Bunds für Vogelschutz (1954) und Goldene Ehrennadel des Deutschen Tierschutzbunds Ffm. (1958).
Bereits unter P.s Leitung war der Zuständigkeitsbereich der Vogelschutzwarte in den 1950er Jahren über das Land Hessen hinaus erweitert worden, und zwar 1952 um Rheinland-Pfalz und 1957 um das Saarland, die sich als Bundesländer an der Trägerschaft beteiligten. Unter Auflösung des bisherigen Trägervereins entstand 1973 die (länderübergreifende) „Staatliche Vogelschutzwarte für Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland – Institut für angewandte Vogelkunde“, die ihren Sitz unter Dienstaufsicht des zuständigen Fachministeriums des Landes Hessen weiterhin in Ffm.-Fechenheim hatte, bis sie 2021 nach Gießen verlegt wurde. Dort besteht sie als Staatliche Vogelschutzwarte Hessen weiter, nachdem die drei bisher beteiligten Bundesländer seit 2022 eigene Vogelschutzwarten organisieren.
Das 1954 eingeweihte Haus der Vogelkundlichen Beobachtungsstation Untermain am Berger Hang in Ffm., das als Ersatz für die 1944 zerstörte und geschlossene Station neu errichtet wurde, wurde 1984 nach P. benannt („Sebastian-Pfeifer-Haus“).

Artikel aus: Frankfurter Biographie 2 (1996), S. 133f., verfasst von: Reinhard Frost (überarbeitete Onlinefassung für das Frankfurter Personenlexikon von Sabine Hock).
Dieser Artikel wurde noch nicht abschließend für das Frankfurter Personenlexikon überarbeitet.
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Literatur:
                        
Forschung Fft. Das Wissenschaftsmagazin. Hg. v. Präsidenten der Johann Wolfgang Goethe-Universität. Ffm. 1983-heute.Hübner, Stephan M.: Von Rüppells Blausteißpapagei bis zum Fuß des Archaeopteryx. Ornithologische Notizen aus Fft.s Geschichte. In: Forschung Fft. 1/2009, S. 77-79.
Quellen: ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S2 (mit Kleinschriften, Zeitungsausschnitten und Nekrologen zu einzelnen Personen und Familien).ISG, S2/3.072.
Internet: Hessische Biografie, Kooperationsprojekt des Instituts für Personengeschichte in Bensheim und des Hessischen Instituts für Landesgeschichte in Marburg zur Erstellung einer umfassenden personengeschichtlichen Dokumentation des Landes Hessen. <https://lagis.hessen.de/de/personen/hessische-biografie/alle-eintraege/9923_pfeifer-sebastianHess. Biografie, 26.3.2026. | Wikipedia, Die freie Enzyklopädie, Hg.: Wikimedia Foundation Inc., San Francisco/Kalifornien (USA). https://de.wikipedia.org/wiki/Sebastian_PfeiferWikipedia, 26.3.2026.

GND: 101714262 (Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek).
© 2026 Frankfurter Bürgerstiftung und bei dem Autor/den Autoren
Empfohlene Zitierweise: Frost, Reinhard/Hock, Sabine: Pfeifer, Sebastian. Artikel aus der Frankfurter Biographie (1994/96) in: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), https://frankfurter-personenlexikon.de/node/752

Stand des Artikels: 9.11.1994